So weit das Auge reichte, dehnte sich eine ungeheure Wasser­fläche, einem See gleich, vor uns aus.

Diese zerstreuten Landschafts­züge, dieses Gepräge von Einsamkeit und Groß­artigkeit kenn­zeichnen den Lauf des Orinoco, eines der gewaltigsten Ströme der neuen Welt.

Wie tief ist doch der Eindruck, den in diesen heißen Land­strichen um die Mittags­zeit die Stille der Natur auf uns macht!

Wenn weitreisende Naturalisten die Menge der Gewächse zählen, die sie nie mit Blüten gesehen – so wird es wohl klar, dass wir kaum zwei Drittel der Tier- und Pflanzen­spezies bisher ordentlich kennen!

Die Fluss­schiffahrt ist für die Natur­beobachtung am vorteil­haftesten. Wie lange könnte man im festen Lande umher­streifen, ehe man jene Schar von Tieren in der Nähe beobachten könnte.

Für mehr als drei Monate haben wir nur an den Ufern der Flüsse oder in den sehr dichten Wäldern geschlafen, dabei immer das Brüllen der Jaguare gehört.

Hier verliert sich die unerträg­liche Plage der Moskitos, und unter einem dunklen und melan­cholischen, aber äußerst gesunden Himmel genießt man die angenehmste Kühle.

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